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Konnotation

Konnotation: Definition, Bedeutung und Beispiele

Wörter vermitteln nicht nur Informationen, sondern lösen auch Gefühle, Bewertungen und Assoziationen aus. Hierbei spricht man von einer Konnotation. Während ein Begriff eine sachliche Grundbedeutung hat, kann er zugleich positive, negative oder wertende Nebenbedeutungen transportieren – oft unbewusst, aber mit großer Wirkung auf die Kommunikation.

Für das Verständnis von Texten, Gesprächen, Medieninhalten oder Werbung ist es daher entscheidend, zwischen neutraler Bedeutung und emotionalem Beiklang zu unterscheiden. Dieser Wissensbeitrag erklärt, was Konnotationen sind, wie sie sich von der Denotation abgrenzen lassen und welche Rolle sie in Sprache und Kommunikation spielen.

Zudem finden Sie in unserem Wissensbereich Beiträge zu vielen weiteren Themen rund um Rechtschreibung, Grammatik oder Stilistik.

1. Was ist eine Konnotation? Definition und Verwendung

Die Konnotation bezeichnet die Nebenbedeutung oder den Beiklang eines Wortes, der über seine sachliche Grundbedeutung hinausgeht. Diese zusätzliche Bedeutungsebene entsteht durch persönliche Erfahrungen, kulturelle Prägungen, gesellschaftliche Werte oder den konkreten sprachlichen Kontext.

In der Sprachwissenschaft gehört die Konnotation zum Bereich der Semantik, also der Bedeutungslehre. Sie ist nicht objektiv festgelegt, sondern kann je nach Situation, Sprecher oder Zielgruppe unterschiedlich wahrgenommen werden. Ein Wort kann daher bei verschiedenen Menschen ganz unterschiedliche Reaktionen hervorrufen, obwohl es dieselbe Grundbedeutung hat.

Beispielsweise ruft das Wort „Zuhause“ häufig positive Assoziationen wie Geborgenheit oder Sicherheit hervor, möglicherweise aber auch das Gegenteil, obwohl es sachlich lediglich einen Wohnort bezeichnet. Diese emotionalen Assoziationen sind konnotativer Natur.

 

💡Konnotation kurz erklärt

Konnotation bezeichnet die wertende oder emotionale Nebenbedeutung eines Wortes.
Sie ergänzt die sachliche Grundbedeutung (Denotation) und beeinflusst, wie ein Ausdruck wahrgenommen wird.

2. Konnotation vs. Denotation: Der feine Unterschied an Beispielen erklärt

Um Konnotationen sicher zu erkennen, ist die Abgrenzung zur Denotation zentral. Die Denotation beschreibt die objektive, lexikalische Grundbedeutung eines Wortes, wie sie in Wörterbüchern festgehalten ist. Sie ist unabhängig von persönlichen Bewertungen oder Emotionen.

Die Konnotation hingegen ergänzt diese Grundbedeutung um eine subjektive Ebene. Beide Bedeutungsebenen wirken im Sprachgebrauch meist gleichzeitig, erfüllen jedoch unterschiedliche Funktionen.

Vergleich: Denotation und Konnotation

Begriff Denotation (Grundbedeutung) Konnotation (Beiklang)
Pferd großes Reittier neutral
Gaul großes Reittier abwertend
Ross großes Reittier gehoben, positiv

 

Die Tabelle zeigt, dass mehrere Wörter dieselbe Denotation besitzen können, sich jedoch deutlich in ihrer Konnotation unterscheiden. Gerade in der Textanalyse, im Unterricht oder in der professionellen Kommunikation ist diese Unterscheidung besonders wichtig.

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3. Arten von Konnotationen und ihre Wirkung

Konnotationen lassen sich nach ihrer wertenden Wirkung einteilen. In der Praxis unterscheidet man vor allem zwischen positiven, negativen und neutralen beziehungsweise ambivalenten Konnotationen.

3.1 Meliorative Konnotation (aufwertend)

Eine meliorative Konnotation liegt vor, wenn ein Wort eine positive Wertung oder einen aufwertenden Beiklang besitzt. Solche Begriffe werden häufig eingesetzt, um Zustimmung, Anerkennung oder Bewunderung auszudrücken.

Beispiele:

  • Freiheit (Selbstbestimmung, Unabhängigkeit)
  • Vision (Zukunftsorientierung, Kreativität)
  • Elite (Leistungsstärke, Exzellenz)

Meliorativ konnotierte Begriffe sind besonders im Marketing, in politischen Reden oder in motivierenden Texten verbreitet.

3.2 Pejorative Konnotation (abwertend)

Eine pejorative Konnotation bezeichnet einen negativen oder abwertenden Beiklang. Solche Wörter transportieren Kritik, Ablehnung oder Geringschätzung, selbst wenn ihre Denotation neutral ist.

Beispiele:

  • Weib (heute abwertend gegenüber einer Frau)
  • Bürokratie (oft negativ im Sinne von Überregulierung)
  • Propaganda (manipulativ, unehrlich)

Pejorative Konnotationen spielen eine zentrale Rolle bei Polemik, Kritik oder auch bewusster sprachlicher Abwertung.

3.3 Neutrale und ambivalente Konnotationen

Einige Wörter besitzen keine eindeutige Wertung oder können je nach Kontext positiv oder negativ verstanden werden. Man spricht hier von ambivalenten Konnotationen.
Beispiele:

  • Influencer (zwischen Bewunderung und Skepsis)
  • Aktivist (engagiert oder radikal, je nach Perspektive)
  • Tradition (bewahrend oder rückständig)

Gerade diese Wörter zeigen, wie stark Konnotationen von gesellschaftlichen Debatten und individuellen Einstellungen abhängen.

4. Warum Konnotationen für die Kommunikation entscheidend sind

Konnotationen beeinflussen maßgeblich, wie Botschaften verstanden, bewertet und emotional eingeordnet werden. Selbst wenn die Denotation eindeutig ist, kann der konnotative Beiklang darüber entscheiden, ob eine Aussage als neutral, verletzend, motivierend oder manipulativ wahrgenommen wird. In der alltäglichen Kommunikation ebenso wie in Medien, Politik oder Wirtschaft sind Konnotationen daher ein zentrales Steuerungsinstrument.

Besonders relevant ist dabei die Kontextabhängigkeit: Ein Wort entfaltet seine Konnotation nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Situation, Sprecher, Zielgruppe und kulturellem Rahmen. Ein identischer Begriff kann in unterschiedlichen Kontexten völlig gegensätzliche Wirkungen erzielen.

4.1 Kulturelle Unterschiede und kommunikative Fettnäpfchen

Konnotationen sind kulturabhängig und nicht universell gültig. Begriffe, die in einer Sprachgemeinschaft positiv besetzt sind, können in einer anderen negative oder zumindest irritierende Assoziationen hervorrufen. Dies spielt insbesondere in der interkulturellen Kommunikation eine wichtige Rolle.

Beispiele für kulturabhängige Konnotationen:

  • Individualismus:
    • westliche Kulturen: Selbstverwirklichung, Freiheit
    • kollektivistische Kulturen: Egoismus, fehlende Solidarität

 

💡Konnotationen im interkulturellen Kontext

Wer in einer Fremdsprache kommuniziert, sollte nicht nur die Denotation eines Wortes kennen, sondern auch dessen kulturellen Beiklang. Fehlende Sensibilität für Konnotationen kann zu Missverständnissen oder unbeabsichtigten Wertungen führen.

 

4.2 Der historische Wandel von Konnotationen

Konnotationen sind nicht statisch, sondern verändern sich im Laufe der Zeit. Gesellschaftliche Werte, politische Entwicklungen und soziale Diskurse führen dazu, dass Wörter ihren Beiklang verlieren, verstärken oder sogar vollständig umkehren.

Ein klassisches Beispiel ist das Wort „Weib“:

  • früher: neutrale Bezeichnung für eine Frau
  • heute: klar pejorativ und abwertend konnotiert

Dieser Bedeutungswandel zeigt, dass Konnotationen immer im zeitgeschichtlichen Kontext betrachtet werden müssen.

5. Praxis-Check: Konnotationen im Marketing und Copywriting

Im Marketing, Branding und Copywriting spielen Konnotationen eine zentrale Rolle. Unternehmen wählen Wörter nicht primär wegen ihrer Denotation, sondern wegen der emotionalen Wirkung, die sie beim Publikum erzeugen. Ziel ist es, positive Assoziationen zu aktivieren und unerwünschte Beiklänge zu vermeiden.

Ein Markenname oder Werbeslogan soll etwa Vertrauen, Innovation oder Sympathie auslösen. Daher greifen Unternehmen gezielt auf Wörter mit meliorativer Konnotation zurück.
Konnotationen können gezielt eingesetzt werden, um Botschaften zu verstärken, bergen aber auch Risiken. Begriffe mit uneindeutiger oder polarisierender Konnotation können Ablehnung hervorrufen, wenn Zielgruppen sie unterschiedlich interpretieren.

Typische Einsatzfelder:

  • Marketing & Werbung
  • Politische Kommunikation
  • Medien und Journalismus
  • Unternehmenssprache („Corporate Language“)

Gerade im professionellen Sprachgebrauch ist es daher wichtig, Konnotationen bewusst zu reflektieren und nicht unbedacht einzusetzen.

6. Übungen zur Konnotation mit Lösungen

Übung 1: Denotation vs. Konnotation unterscheiden

Lesen Sie die Wortpaare und beantworten Sie die Frage: Haben die Begriffe die gleiche Denotation, aber unterschiedliche Konnotationen? Unterscheiden Sie, welches Wort eine Denotation oder Konnotation sein könnte.

  1. Kind – Balg
  2. Haus – Villa
  3. reden – schwafeln
  4. sparsam – geizig

Lösung:

Wortpaar Gleiche Denotation? Unterschiedliche Konnotation? Erklärung
Kind – Balg ja ja „Balg“ ist stark abwertend
Haus – Villa nein ja Unterschiedliche Grundbedeutung
reden – schwafeln ja ja „schwafeln“ wirkt negativ
sparsam – geizig ja ja „geizig“ hat pejorativen Beiklang

Häufige Fragen zu Konnotation (FAQ)

  • Was ist eine Konnotation?

    Eine Konnotation ist die Nebenbedeutung oder der Beiklang eines Wortes, die über die eigentliche Grundbedeutung (Denotation) hinausgeht. Sie kann positiv (meliorativ), negativ (pejorativ) oder neutral sein.

  • Wie erkenne ich die Konnotation eines Wortes?

    Stellen Sie sich die Frage: „Welche Gefühle oder Assoziationen löst dieses Wort aus?“ Wörter wie „schlank“ wirken positiv, „dürr“ negativ.

  • Was ist der Unterschied zwischen Konnotation und Denotation?

    • Denotation: Grundbedeutung des Wortes (neutral).
      Konnotation: Beiklang, emotionale oder wertende Wirkung.
  • Warum ist Konnotation wichtig für Texte und Marketing?

    Konnotationen beeinflussen, wie eine Botschaft beim Leser wahrgenommen wird. Sie können Inhalte emotionalisieren, positiv besetzen oder subtil manipulieren.

  • Können Konnotationen kulturell unterschiedlich sein?

    Ja. Ein Begriff kann in einer Kultur positiv, in einer anderen negativ konnotiert sein. Beispiel: „Nationalstolz“ wird in Deutschland anders bewertet als in den USA.

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